Die meisten von euch kannten die David Geschichte wahrscheinlich schon vorher. Also wusstet ihr wohl auch, dass Goliath verliert und der kleine David gewinnt. Wenn man die Geschichte nun aber nicht kennen würde, … das wäre schon eine große Überraschung. Fast genauso, als wenn die Nique oder ich gegen einen der Klitschko Brüder einen Kampf gewinnen würde. Unvorstellbar. … Ja unvorstellbar - der kleine David, schmächtig, arm , unbekannt und nichts weiter als ein kleiner Hirte schlägt den großen Kämpfer Goliath; und verhilft damit ganz Israel zum Sieg. Klar, dass er auch irgendwann König Israels wurde. Ein Siegertyp halt.

Das scheint ja so, als sei David wirklich ein richtiger Siegertyp gewesen. Doch verfolgt man die Geschichte Davids ein wenig weiter, kommt noch eine ganz andere Seite zum Vorschein.

Während sich Davids Heer im Kampf gegen die Ammoniter befand, blieb er selbst in seinem Palast in Jerusalem und ruhte sich aus. Als er eines Tages seine Terrasse betrat, sah er eine junge Frau, die er überaus attraktiv fand. Nachdem er einen Gesandten zu ihr schickte, erfuhr er, dass es sich um Batseba handelte, die Frau seines Soldaten Uria. Dennoch konnte David ihr nicht widerstehen und lud sie zu sich ein. Er schlief mit ihr und erfuhr einige Tage später, dass sie schwanger war.

Da Uria im Krieg war, würde jeder wissen, dass das Kind nicht von ihm war, sodass David sein Vergehen vertuschen musste. Er ließ Uria nach Jerusalem kommen, um ihn dazu zu bringen, bei Batseba zu schlafen. Uria wollte dies aber nicht tun, während sich seine Männer im Krieg befanden. Somit lud David ihn zu sich ein und machte ihn betrunken. Doch auch dieser Plan scheiterte, da Uria im Suff den Weg nach Hause nicht finden konnte. Um Uria dennoch zu beseitigen, befahl David ihm, in der ersten Reihe seines Heeres zu kämpfen. David wusste, dass Uria dort keine Chance hatte, zu überleben und so geschah es auch - Uria starb und David konnte Batseba heiraten und einen Sohn bekommen, ohne dass jemand sein Vergehen bemerkte.

Das rückt David natürlich nun in ein ganz anderes Licht. Ein König, der seine Untertanen absichtlich in den Tod schickt, nur um an sein Ziel zu kommen, ist nun wirklich kein Siegertyp. David wurde dafür auch hart von Gott bestraft. Sein erster Sohn war des Todes geweiht. Aber dennoch liebte Gott David weiterhin. Und letztendlich ist David ja auch ein Stammesvater Jesu, des Sohn Gottes. Also der Nächstenliebe in Person.

Ich glaube wir haben alle unsere schlechten Seiten. Der eine lügt viel, der andere bereichert sich selbst durch den Misserfolg anderer. Aber das sind oft nur kleine Facetten einer Person, die ansonsten ganz viele gute Eigenschaften hat. Wie die Medaille eines Gewinners, hat auch unser Leben zwei Seiten.

Wie wir vorhin bei der Aktion gesehen haben, ist für jeden von uns ein Siegertyp etwas anderes. (Vorlesen von Postits)

Oft sind es eben die kleinen Dinge, die entscheidend sind Man muss also keinen Krieg gewinnen, eine Weltmeisterschaft für sich entscheiden oder zum Papst gewählt werden um ein Siegertyp zu sein. Wir alle haben unsere Stärken und unsere Schwächen. Jeder hat die Möglichkeit in seinem Leben ein Siegertyp zu sein. Und die Gewissheit, dass Gott jeden Tag an meiner Seite ist, hilft mir dabei nicht nur das schlechte im Leben zu sehen. Ich glaube man kann, nein man sollte auch zu sich selbst sagen können: Hey ich bin gut wie ich bin. Ich bin ein Siegertyp.

Und das wünschen wir beide euch allen.

Amen.